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Dort gelangt ihr zum Shop,wo ihr euch am
exzessiven Konsum beteiligen könnt.
Viel Spaß!
2009 - der erste HiSS Fanbrief (Januar)
| Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, geliebte Landsleute, verehrte
Zugereiste, unser Vaterland steht am Abgrund. Das ist eine unleugbare Tatsache und wer etwas anderes behauptet handelt unverantwortlich. Die Krise, aus dem Nichts und ohne jede Vorwarnung über unsere transatlantischen Freunde gekommen, hat nunmehr uns erreicht und hält uns eisern im Schwitzkasten. Jetzt kommen sie aus ihren Löchern, die sogenannten Wirtschaftsweisen, die selbsternannten Experten und scheißen uns mit ihren halbgaren Ideen zu. Steuererhöhungen für Superreiche, Steuersenkungen für den Mittelstand, der Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomenergie, Raucherlaubnis in Eckkneipen, Abwrackprämien für Altfahrzeuge, die mehr als drei Jahre auf dem Buckel haben und ähnliche Dinge mehr werden uns allenthalben als probate Mittel gegen die weltweite Rezession verkauft. Schreien wir all diesen Ahnungslosen folgendes entgegen: Unsinn, Mumpitz, Papperlapapp! Das alles sind stumpfe Waffen im Kampf gegen wirtschaftliches Unglück, sie haben noch nie funktioniert. Aber auch denen, die glauben, sich im Wissen ohnehin kein Geld zu besitzen, daher also auch nichts zu verlieren zu haben, zurücklehnen zu können, sei eine eindringliche Warnung zugeraunt: Die freie Marktwirtschaft und die Demokratie sind eineiige Zwillinge. Ja, der ungebremste Turbo- kapitalismus auf der einen, die Freiheit, sich aus dem breiten Angebot zuverlässiger und kompetenter Volksvertreter die passenden wählen zu dürfen auf der anderen Seite, sind untrennbar miteinander verbunden. Wenn wir also beispielsweise beim Hamburgerkauf eines Tages nicht mehr frei zwischen den Anbietern M und B wählen können, sind wir auch politisch einer Einparteienherrschaft sehr nahe, stehen wir bald vor sowjetischen Verhältnissen. Nein, es gibt nur eine logische und wirksame Maßnahme: Wir müssen uns wieder auf die Grundwerte unseres Gesellschaftssystems besinnen und das sind Konsum, Konsum und Konsum. Den gilt es anzukurbeln. Und da könnt Ihr mit uns rechnen, wir haben für das Gemeinwohl unsere Produktpalette verbreitert, bei uns macht der Einkauf noch richtig Spaß. CDs, DVDs, Hemdchen, Anstecker warten nur darauf, käuflich erworben zu werden. Neu im Angebot: unser Liederbuch. Mit einer Reihe schöner Portraits attraktiver Musiker und erhellenden Begleittexten ergänzt, bietet es die größten HISS-Hits aller Zeiten zum Selbermachen. Ideal also für die Zeit, in der der CD-Spieler nicht läuft, da Euch das Elektrizitätswerk den Strom abgestellt hat, weil Ihr mit den Zahlungen nicht nachkamt, in der Ihr aber trotzdem nicht auf unsere Musik verzichten wollt. Dann schnurstracks Maultrommeln, Blockflöten und Melodikas rausgeholt, und schon erklingen die guten Lieder beinahe im Original-Sound. So gut kann die Krise klingen, werdet Ihr alsbald sagen und später Euren Kindern und Kindeskindern, die es alle mal besser haben sollen, mit tränenfeuchten Augen von jenen Zeiten erzählen, in denen es zwar am Nötigsten fehlte, die einfachen Freuden der Musik aber über vieles hinweghalfen. Damit müssen wir schließen. Philosophatur quoque iam, non mendax modoest Eure Kapelle HISS |
2009 - der zweite HISS Fanbrief (Mai)
| Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, verehrte Leserschaft, die Lage ist ernst. Das musste mal gesagt werden. Wie schnell würden wir uns sonst dem Vorwurf aussetzen, realitätsferne Zweckoptimisten zu sein, die geradezu zwanghaft die Augen vor den Katastrophen verschließen, die uns da Tag für Tag heimsuchen. Dabei genügt ein Blick vor die Tür, um zu erkennen, dass uns die schlimmste Weltwirtschaftskrise seit Menschengedenken nun mit voller Wucht getroffen hat: Überall sehen wir von ihren Besitzern aufgegebene Maseratis und Porsches an den Straßenrändern verrosten. Die hohen Benzinpreise und die allgemeine Aussichtslosigkeit haben viele zu solchen Verzweiflungstaten veranlasst. Die einst von fröhlichen Flaneuren und einkaufsfreudigen Verbrauchern bevölkerten Innenstädte sind zum Dorado von bettelnden Bankern, mittellosen Maklern und volltrunkenen Finanzberatern geworden, die meisten Geschäfte in ehedem pulsierenden Passagen sind geschlossen, die Fenster und Türen nur notdürftig mit Brettern verrammelt. Der Wind heult durch die Fußgängerzonen, dort wo es nicht gerade zu sozialen Unruhen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen kommt, herrscht gespenstische Ruhe. Massenverelendung und Hungersnot, wohin das Auge schaut. Als wäre das nicht genug, macht sich auch noch eine neue Seuche daran, die Welt zu entvölkern. Sie braucht den Vergleich nicht zu scheuen mit den großen Pestilenzen des Mittelalters, an die sich wir Älteren gerne noch mit Schaudern erinnern. Wir sehen schon menschenleere Vorstädte, einst blühende Metropolen, die von der Natur zurückerobert, Eigenheimsiedlungen und Gewerbegebiete, die von Schling- und Würgepflanzen überwuchert werden. Da kichert der Ökofanatiker. Ja, ihn erfüllt es mit klammheimlicher Freude, dass die Krone der Schöpfung leidet, Schabe, Ameise und Assel aber nach der Weltherrschaft greifen, um dann die ökologische Nische, die vor dem Aussterben dereinst die unsere war, zu besetzen. Wir aber rufen Euch zu: Lasset die Hoffnung nicht fahren. Solange es Straßen gibt, solange unser treuer Bandbus noch betankt werden kann, solange unsere Gesundheit es zulässt (was in den letzten Wochen leider nicht immer der Fall war), kommen wir zu Euch, um Mut zu machen und Zuversicht zu geben. In re mala animo si bono utare, adiuvat Eure Kapelle HISS |
2009 - HISS Fanbrief Nr.3 (September)
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