Einspruch! Argumente der Skeptiker zum Thema Klimawandel
Ich nehme das kürzlich geführte Gespräch mit einem Bekannten zum Anlass an dieser Stelle die Argumente der Zweifler zu untersuchen. Diese sogenannten Skeptiker haben einige Gegenargumente parat, die den Erkenntnissen der Wissenschaft zu diesem Thema widersprechen.
Grund genug, der Sache mal auf den Grund zu gehen.
Im Einzelnen auf dieser Seite:
- Ein paar Argumente und meine Meinung dazu
- Was soll man nun glauben?
- Die eigene Sicht der Dinge
- Wandel erwünscht
Ein paar Argumente und meine Meinung dazu:
Der Kohlendioxyd-Gehalt in der Athmosphäre nimmt nicht zu. Schuld an den gemessenen Veränderungen sind vollkommen normale, natürliche Einflüsse, wie z.B. Vulkanausbrüche.
Mein Kommentar:
Kohlendioxid-Direktmessungen werden seit 1958, erstmals am Observatorium Mauna Loa auf Hawaii, durchgeführt. Demnach ist die mittlere CO2-Konzentration in der Atmosphäre seit der Industrialisierung von 275 auf etwa 358 ppm gestiegen.
Diese auf Hawaii gemessene stetige Zunahme wird von allen weltweiten Messungen bestätigt, womit ein Einfluß des sich in der Nähe befindlichen Vulkans auf die Meßergebnisse auszuschließen ist.
Der mittlere jährliche Anstieg betrug bis Anfang der 90er etwa 1,8 ppm.
Abweichungen von der allgemeinen Tendenz konnten hauptsächlich durch "El Nino"-Ereignisse erklärt werden (El Nino tritt etwa alle 4 Jahre an der Westküste Südamerikas auf: Starke Veränderugen der Meerestemperaturen mit starken Niederschlägen und Passatwinden sind ein Klimaphänomen, das weltweit Auswirkungen auf das Wetter hat).
Die neuesten Messungen bestätigen seit Ende 1993 wieder die ansteigende CO2-Konzentration der letzten Jahrzehnte.
Fazit: Der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre nimmt zu. Dabei spielen natürliche Einflüsse keine, oder nur eine geringfügige Rolle, die den Trend nicht beeinflussen.
Der gemessene CO2-Anstieg in der Atmosphäre ist eine Folge der Erwärmung der Weltmeere.
Mein Kommentar:
Fakt ist: Es muß ein Gleichgewicht herrschen zwischen dem CO2 in der Atmosphäre und dem im Wasser der Weltmeere gelösten CO2.
Das lässt sich messen. Und diese Messungen ergeben, dass die Ozeane global untersättigt sind.
Das bedeutet konkret, dass Kohlendioxid von der Atmosphäre in die Meere übergeht und die Weltmeere somit als CO2-Senker wirken.
C14 -Messungen: Dieses Kohlenstoffisotop wird durch kosmische Höhenstrahlung in der Atmosphäre gebildet. CO2 aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe enthält dieses Isotop hingegen NICHT mehr (ist bereits zerfallen).
Messungen des atmosphärischen CO2 ergaben, dass dieses Isotop fehlt bzw. gemindert ist, was obiges Ergebnis bestätigt. Der atmosphärische CO2-Anstieg ist auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurückzuführen.
Fazit: Genau das Gegenteil der Behauptung der Skeptiker ist belegt. Die Erwärmung der Weltmeere ist nicht Schuld am CO2-Anstieg. Die Meere senken den Gehalt sogar.
Die wachsende Weltbevölkerung ist eine der Hauptursachen für den Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre, da bei der Atmung Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben wird.
Mein Kommentar:
Ja, atmen müssen wir wohl ;) Aber wir sollten auch wissen, dass sich der Kohlenstoff auf der Erde in einem biochemischen Kreislauf befindet. Dabei ist die Atmung von Tieren und Menschen allerdings nur ein enorm geringer Teil des komplexen Kohlenstoffkreislaufes und schon deshalb als Argument für die Skeptiker eigentlich denkbar ungeeignet ;)
Doch zu den weiteren Fakten: Wir sind ein Teil dieses natürlichen Kreislaufes. Nach der in unserem Körper erfolgten Verbrennung von Nahrungsmitteln atmen wir CO2 als Oxidationsprodukt aus. Die unserer Ernährung dienenden Pflanzen wiederum entziehen der Atmosphäre das durch unsere Atmung abgegebene CO2 durch Photosynthese.
Das ist seit Ewigkeiten ein geschlossener Kreislauf.
Dabei fügen wir der Atmosphäre kein neues CO2 zu, sondern setzen nur CO2 frei, welches der Atmosphäre durch die Photosynthese entzogen wurde.
Selbst eine wachsende Weltbevölkerung kann sich hier nicht negativ auswirken.
Fazit: Die Atmung ist Teil des natürlichen Kohlenstoffkreislaufes und somit sind wir keine Hauptursache für den Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Ein weiteres scheinbares Argument ist damit entkräftet.
Was soll man nun glauben?
Eigentlich ist das nicht die einzige Frage, die sich ein Mensch zu diesem Thema stellen sollte.
Wir sollten uns auch ernstlich fragen:
- Wem kann ich glauben?
- Wem kann ich vertrauen?
- Will ich etwas Bestimmtes glauben?
Ich beginne wohl am sinnvollsten mit der Beantwortung der letzten Frage.
Will ich etwas Bestimmtes glauben?
Spontan würde ich mit "Nein" antworten. Für mich zählen bei so einem Thema wie dem Klimawandel oder auch ähnlich komplexen, wichtigen Themen die Fakten.
Und genau hier beginnt das Dilemma: Es gibt unzählige Quellen von Daten und Fakten zu diesem Thema. Bücher, Filme, Fernsehberichte, wissenschaftliche Abhandlungen und vieles mehr.
Allein 3.930.000 Suchergebnisse für den Begriff "Klimawandel" und 54.000.000 für den Begriff "Global Warming" ergibt das googlen im Internet.
Vielfalt ist etwas wunderbares, aber in diesem Zusammenhang wünschte man sich dann doch etwas mehr Klarheit, denn auf jeder dieser Seiten findet man andere, teils sich widersprechende Infos zum Thema.
Und an dieser Stelle wiederum geschieht das Entscheidende:
Ich betrachte kritisch die Fakten und Argumente, in diesem Fall die der Wissenschaftler und die der Skeptiker, und versuche meinen eigenen Sachverstand einzubringen.
Die eigene Sicht der Dinge
Deine Sicht zählt!
Bei aller Vielfalt von Argumenten, Fakten, Meinungen zum Klimawandel gibt es doch letztlich nur 2 Möglichkeiten:
Entweder glaube ich den Erkenntnissen und Prognosen der Wissenschaftler, oder eben nicht.
So einfach ist das.
Doch warum bin ich eigentlich geneigt, den Wissenschaftlern ihre unbequemen Wahrheiten zu glauben?
Das hat einige leicht nachzuvollziehende, aber immer subjektive Gründe:
- Für mich ist es auch ohne konkrete Beweise, Zahlen oder Fakten vollkommen logisch, dass der immense technische Fortschritt seit der industriellen Revolution mit all seinen negativen Begleiterscheinungen einen weltweiten Wandel des Klimas zur Folge haben muß.
- Der Schadstoffausstoß von Fabriken, Kraftwerken, Kraftfahrzeugen und Flugzeugen ist für Mensch und Tier ungesund. Oder zweifelt das ernsthaft jemand an? Dann möge er sich mal zum Atmen in unmittelbare Nähe des Auspuffes eines laufenden Motors begeben (Liebe Kinder: Macht das auf keinen Fall, das ist gefährlich!!) ...
- Der Schadstoff / CO2-Ausstoß ist aber nicht nur ungesund, sondern von der Natur so nicht gewollt. Wir Menschen haben eigenhändig dafür gesorgt, dass wir in einem zuvor nie dagewesenen Ausmaß die Luft die wir atmen verpesten. Das hat mit einem natürlichen Kreislauf nicht das Geringste mehr zu tun. Klar soweit?
Ich kann nur empfehlen: Macht euch Eure eigenen Gedanken, verarbeitet die Fakten und versucht mal alles aus einer neutralen Sicht zu betrachten. Jeder hat da natürlich seine eigene... so ist das eben, und deshalb werden wir auch nie einig sein. Aber wenigstens sollte jeder sich und sein Handeln ab und zu kritisch hinterfragen. Vielleicht hilfts.
Die Wege aus der Misere, die uns die Wissenschaftler aufzeigen erscheinen logisch und absolut nachvollziehbar. Das Zeitfenster in dem wir reagieren müssen ist eng. Zu eng für uns.
Wir sind von Natur aus träge. Zu träge. Und zu bequem, zu verwöhnt!
Verwöhnt vom Luxus, von Annehmlichkeiten, von den für uns bereits Alltag gewordenen schönen Dingen des Lebens.
Wir wollen eigentlich keine grundlegende Veränderung. Und deshalb kommt uns der Klimawandel auch gerade arg ungelegen ;)
Wie gut, dass es noch eine andere Meinung gibt. Eine Meinung, bei der alles so weiterlaufen kann wie bisher. Diese Meinung, nämlich die der Skeptiker, ist angenehm, praktisch und man kann gut damit leben. Wunderbar ;)
Aber zu einfach, wie ich meine. Beispiel:
Ich stehe in der Wildnis vor einem tiefen Abgrund. Ein Sturz wäre tödlich. Es gibt 2 Wege, auf denen ich hinübergelangen kann. Entweder bequem und schnell über die direkt vor mir liegende Brücke, oder mit einem riesigen Umweg und quer durch die Wildnis über eine andere Brücke. Selbstverständlich entscheide ich mich für den kürzeren und bequemeren Weg, ist doch klar.
Was aber, wenn mir ein Techniker anvertraut, dass seine Messungen ergeben haben, dass die Brücke vor mir stark geschwächte Strukturen aufweist und die Möglichkeit nicht auszuschließen ist, dass sie einstürzt, wenn ich sie überquere. Die andere, weiter entfernte, unbequem zu erreichende Brücke hingegen sei sicher.
Wie würde ich mich nun entscheiden?
Zugegeben, hier fällt die Entscheidung leicht, denn mein Überleben ist unmittelbar von der richtigen Entscheidung abhängig.
Und genau hier liegt der entscheidende Unterschied: Der Klimawandel ist ein schleichender Prozess, den wir nur sehr langsam wahrnehmen. Die kommenden Auswirkungen treffen uns nicht unmittelbar. Es besteht deshalb scheinbar kein sofortiger Handlungsbedarf.
Das ist das fatale an der Sache. Wir reagieren besser, instinktiver, mit geschärften Sinnen, wenn wir in diesem Augenblick unmittelbar bedroht sind. Da genügt den meisten von uns sogar schon allein die Möglichkeit des Einsturzes der Brücke, um uns für den sicheren, aber längeren und unbequemen Weg zu entscheiden. Überlebensinstinkt.
Ich hoffe ihr versteht was ich damit zum Ausdruck bringen wollte.
Wandel erwünscht
Es würde mich extrem überraschen, wenn es gelänge, die Mehrheit der Menschen zum Umdenken und Handeln zu bringen. So ein Wandel wäre wünschenswert, in den Augen der Wissenschaftler sogar zwingend erforderlich.
Die Politik ist eigentlich informiert, kann aber politisch keinen Wandel im Umwelt/Klima-Bewußtsein der Menschen bewirken, weil das vom Volk nicht gerne gehört würde. Man will ja keine Wählerstimmen verlieren.(Und die Industrie mag von kostenintensiven Auflagen überhaupt nicht gerne etwas hören.)
Wer von uns ließe sich schon gerne angenehme Gewohnheiten verbieten?
Mit einem sparsamen Auto fahren?... Kommt gar nicht in Frage...Mehr Leistung, mehr Geschwindigkeit...Freie Fahrt für freie Bürger! Das will das Volk! Nach uns die Sintflut sagt man so schön, aber das könnte in einer nicht allzu fernen Zukunft bittere Wahrheit werden.
Und so bleibt es jedem Einzelnen von uns selbst überlassen, die vielgelobte "Eigenverantwortung" wörtlich zu nehmen und zu handeln.
"Schlimmstenfalls" sind die Prognosen der Wissenschaftler etwas zu dramatisch gewesen und es kommt doch nicht so schlimm wie befürchtet.
Tut jeder von uns jedoch nichts, weil er den Vorhersagen nicht glauben will, kann das ganz böse für uns enden.
Aber so war es in der Geschichte eigentlich schon immer:
Erstmal muß es richtig krachen damit die Menschen aufwachen, damit sie verstehen, dass etwas nicht korrekt läuft, dass etwas geändert werden muß...
In diesem Fall dann aber definitif zu spät. Der Point of no Return ist bald erreicht. Ab dann wird es unmöglich sein das Ruder nochmal ganz herumzureißen.
Doch ich will eigentlich gar nicht pessimistisch in die Zukunft blicken. Dafür ist das Leben zu kurz.
Mein Wunsch wäre, dass (durch welchen Umstand auch immer) ein Denken fern von Macht, Besitz, Wachstum und Konsum einsetzt.
Das wäre wohl ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung.
Und das bemerkenswerteste dabei:
Dieser Schritt findet zuallererst in Deinem und meinem Kopf statt!
Fangt an zu denken!
derherwig
Quellen:
Die Fakten/Daten habe ich aus dem Internet, z.B. vom Umweltbundesamt und dort befindlichen Links entnommen und dann mit meinen eigenen Worten hier dargelegt.
